… zumindest außerhalb Kärntens. Mindestens genauso tot ist allerdings dieser Blog, immerhin gab es hier seit fast einem Jahr keinen Post mehr.
Mittlerweile hab ich mich einem anderen Projekt gewidmet – sich über das BZÖ lustig zu machen erscheint mittlerweile recht sinnlos, Leichen schänden tut man einfach nicht.
Wer Lust hat, kann ja mal bei meinem neuen Projekt reinschaun:
trickster.at ist ein nicht-kommerzielles Portal für alternative Musik. Du findest hier CD-Kritiken, Band-Beschreibungen und Infos zu wichtigen Musik-Events.
Vernünftige Volksgruppenpolitik befasst sich mit etwas anderem, etwa mit Kindergärten – Ortstafeln sind nur das Steckenpferd von Nationalslowenen. — Jörg Haider, Der Standard.at 17.12.2001
“Wir werden das Erbe Jörg Haiders weitertragen” — Kärntner Landeshauptmann Dörfler
“Werden Vertrauen rechtfertigen und Erbe Jörg Haiders weiterführen” — ex-designierter Parteiobmann Stefan Petzner
“(…) bedeute für das BZÖ, dass am politischen Kurs von Jörg Haider, den er als politisches Vermächtnis hinterlassen habe, klar festgehalten werde.” — Generalsekrätar Strutz
Dazu heute gleich zwei Presseaussendungen:
BZÖ-Presseaussendung, 19.11.2008: Keine weiteren zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten
BZÖ-Presseaussendung, 19.11.2008: BZÖ bringt Dringlichkeitsantrag gegen das Aufstellen weiterer zweisprachiger Ortstafeln und für die Interessen Kärntens ein
Nachdem Stefan Petzner schon nicht BZÖ-Klubobmann wurde, ist er nun auch nicht mehr Parteiobmann. Dieses Amt übernimmt nun Herbert Scheibner, ehemaliger Verteidigungsminister.
Petzner dazu:
Nach meinen Erfolgen als Wahlkampfleiter für das BZÖ Kärnten bei der Wahl 2006 und als bundesweiter Wahlkampfleiter für das BZÖ bei der Wahl 2008 ist es der Wunsch der Kärntner Landesgruppe, dass ich auch den Wahlkampf für die Kärntner Landtagswahl 2009 leite. Ich habe immer gesagt, dass ich dort bin, wo meine Partei mich braucht. Um dem folgen und mich voll auf die Aufgabe als Wahlkampfleiter in Kärnten konzentrieren zu können, habe ich daher die Geschäfte des Obmannes heute an Herbert Scheibner übertragen. Denn beides, Bündnisobmann in Wien und Wahlkampfleiter in Kärnten, ist einfach nicht möglich.
Es mag eine unrealistische Forderung sein – aber wie wäre es, wenn Petzner sich nebenbei, wenn er zwischendurch mal Zeit hat, auch um sein Nationalratsmandat kümmert?
Es muss mit den aufgeregten “Gegackere” der Politik Schluss sein. Es ist Zeit zu handeln um die Schließung der Postämter tatsächlich zu verhindern. Bundesminister Faymann hätte es seit langem in der Hand gehabt, mit einer entsprechenden Universalverordnung diese Postämterrodung zu verhindern.
Um 16:37, also knapp 6 Stunden später, nachdem Faymann eben eine solche Universalverordnung angekündigt hat, schreibt das BZÖ eine weitere Presseaussendung:
Als “Schnellschuss ohne nachhaltige Lösung”, bezeichnet BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz den heute von Verkehrsminister Werner Faymann angekündigten Schließungsstopp für Postämter. “Faymann betreibt hier nur Augenauswischerei, denn die große Schließungswelle bei den Postämtern war sowieso für später geplant.”
Alles fing vor rund einer Woche an, als die beiden Komiker Stermann und Grissemann in ihrer Sendung “Willkommen Österreich” über Jörg Haiders Tod und vor allem Stefan Petzners Reaktion darauf redeten:
Nach der Sendung veröffentlichte das BZÖ eine Presseaussendung, in der sie das Verhalten von ORF-Programm-Chef Lorenz kritisierten:
Die heutigen unglaublichen Rechtfertigungen des Herrn Lorenz können und dürfen nicht unwidersprochen zur Kenntnis genommen werden. Die Äußerung der ORF-Programmdirektor man habe “einen medialen Gegenpol” zum Tod Jörg Haiders bilden müssen, zeigt in entlarvender Weise, mit welcher Unverfrorenheit derzeit seitens des ORF Politik gemacht wird.
Danach wurde eine Popular-Beschwerde gestartet (“Anti-Kärnten-Programm des ORF ist auf das Schärfste zurückzuweisen“).
In einer neuen Presseaussendung schreibt das BZÖ jetzt folgendes:
Kritik linker Gutmenschen läuft ins Leere
Vorwürfe gegen Landeshauptmann Dörfler nicht berechtigt. Kärntner Bevölkerung steht hinter Linie des BZÖ. Überwältigende Unterstützung für ORF-Popularbeschwerde.
Landeshauptmann Gerhard Dörfler braucht sich in Sachen Stermann und Grissemann nichts vorwerfen zu lassen. Seine Forderung nach einem Auftrittsverbot für die Skandal-Kabarettisten ist völlig richtig gewesen. Schließlich haben die beiden in geschmackloser und unakzeptabler Art und Weise ganz Kärnten beleidigt.
Interessanterweise unterstützt auch die FPÖ die Zens… ähm, das Auftrittsverbot der beiden im ORF:
Für ein neuerliches Auftrittsverbot des wenig amüsanten, dafür umso provokanteren Duos Stermann und Grissemann sprach sich heute FPÖ-Generalsekretär NAbg. Harald Vilimsky vor dem aktuellen Hintergrund aus.
Stermann und Grissemann hätten bereits einmal ein ORF-Auftrittsverbot erhalten, im Jahr 1999, nachdem sie in Trunkenheit über Jörg Haider folgendes gesagt hätten: “Ich glaube, wenn man Haider derzeit stoppen wollte, dann müsste man ihn erschießen.”
Deine Seite ist ja grausam…da sieht man was leuten ohne matura einfällt…hirnlos und dumm
sich über den einzigen menschen lustig zu machen der kärnten jemals weitergebracht hat….wahrscheinlich ist haider für die matura gewesen und nicht für hohlköpfe wie dich lol
Ah, ok – das sind natürlich tolle Argumente.
Nur eines frage ich mich: wenn Haider “der einzige” ist, der Kärnten jemals weitergebracht hat, wofür brauchte er dann die ganzen anderen BZÖler in der Regierung?
Nachdem wir bereits wissen, dass das BZÖ “die volle Unterstützung der Kärntner Bevölkerung” hat, schreibt das BZÖ heute in einer Presseaussendung zum Antreten von Karl-Heinz Hackl mit seiner Partei SKÖ bei den Kärntner Landtagswahlen:
Konkurrenz belebt das Geschäft und je mehr politische Gruppierungen sich um die Wähler bemühen, desto leichter wird es für die Großpartei BZÖ ihre Wahlziele zu erreichen.
Heute war also die Wahl des Kärntner Landeshauptmannes. Das BZÖ nominierte Gerhard Dörfler, die SPÖ Reinhard Rohr.
Die Sitzverteilung im Kärntner Landtag sieht folgendermaßen aus:
Insgesamt: 36 Sitze
BZÖ: 15 Sitze
SPÖ: 14 Sitze
ÖVP: 4
Grüne: 2
FPÖ: 1
Dörfler bekam 19 Stimmen, Rohr 17.
Der FPÖ-Mandatar stimmte für Dörfler, das geschah sogar öffentlich. Ebenso markierte die ÖVP die Stimmzettel, um zu beweisen, dass man für Dörfler gestimmt hat.
Nun muss man kein Rechengenie sein, um zu wissen, dass Dörfler somit eine Stimme zu wenig bekommen hat, und nur eine hauchdünne Mehrheit hinter sich hat. Das heißt, einer der BZÖ-Abgeordneten hat nicht für Dörfler gestimmt.
Wie reagiert man jetzt als politisch ernst-zunehmende Partei auf so eine Blamage aus den eigenen Reihen? Richtig, so:
KO Scheuch: BZÖ steht geschlossen hinter dem neuen Kärntner Landeshauptmann Dörfler
SPÖ soll Niederlage zur Kenntnis nehmen und sich nicht der politischen Kaffeesud-Leserei hingeben
Der BZÖ-Pressedienst stellt hiermit klar, dass der designierte BZÖ-Bündnisobmann Stefan Petzner gegenüber der Wochenzeitung NEWS weder ein Interview gegeben, noch sonst ein Statement abgegeben hat. Petzners einzige Stellungnahme gegenüber NEWS lautete: “Keine Stellungnahme”.
Ok, er gab also kein Statement ab, aber eine Stellungnahme? Autsch.