Dass das BZÖ manchmal etwas zwiespältige Aktionen hat, ist ja bekannt.
Man kann zum Nichtraucherschutz (oder im Falle des BZÖ zum Raucherschutz) stehen wie man möchte, allerdings kann wohl Folgendes auf der Startseite von BZOe.at nicht ganz ernstgenommen werden:
Das BZÖ schreibt„Wenn wieder einmal geklagt wird, dass in Österreich ein zu hohes Sterberisiko bei Herzinfarkten besteht, braucht man nur die auf dem Tisch liegenden BZÖ-Forderungen umsetzen. (…) Es gibt nämlich eindeutige Studien, dass 3 von 4 Herzinfarkten vermeidbar sind. Das würde in Zahlen bedeuten, dass von den 12.000 Herzinfarkten österreichweit 8.000 vermeidbar wären.“.
Wikipedia schreibt übrigens„98% aller (Herz-)Infarktpatienten unter 40 Jahren sind Raucher“.
Warum eine politisch-ernstzunehmende Partei in einem säkularen Staat wie Österreich eigentlich einen offenen Brief an einen Kirchenvertreter schreibt, ist uninteressant. Dass die katholische Kirche bei der Religionsfreiheit eine liberalere Position einnimmt, als eine Partei, die sich selbst als „rechts-liberal“ bezeichnet, ist schon etwas interessanter.
Interessant nur, dass das BZÖ den Bau von Moscheen im direkten Zusammenhang mit radikalem Islamismus sieht:
Sie haben sich in Ihrer Funktion als Vorsitzender der Bischofskonferenz klar für den Bau weiterer Moscheen und Minarette in Österreich ausgesprochen (…)
Sie beschwichtigen damit (…) die spürbaren Tendenzen eines radikalen, gewaltverherrlichenden und demokratiefeindlichen Islamismus in Europa und Österreich (…)
Und natürlich sieht das BZÖ einen direkten Zusammenhang zwischen einer Aussage des türkischen Ministerpräsidenten und einer angeblich weltweiten Verschwörung zur Zerstörung des Abendlandes. Klar, in Österreich würde doch auch nie jemand Alfred Gusenbauer widersprechen – oder etwa doch?
Ob es nun wirklich nicht ein wenig zwiespältig ist, dass sich auf BZOe.at automatisch ein Pop-Up-Fenster mit einem Cartoon von Manfred Deix öffnet, obwohl Jörg Haider den Künstler schon oftmals verklagt hat, wollen wir gar nicht beurteilen. Allerdings könnten wir an dieser Stelle an eine wunderbare Zeichnung zur Entstehung des Namens BZÖ erinnern:
„Die Freiheitlichen in Kärnten“ – Ja, das ist tatsächlich der offizielle Name des BZÖ Kärntens – machen in einer aktuellen APA-Aussendung darauf aufmerksam, wie unglaublich unfair es wäre, wenn die Hürden, um in den Kärntner Landtag einzuziehen, gesenkt werden würden. Das wollen nämlich sämtliche anderen Parteien, und somit könnten – Gott bewahre! – „radikale Slowenen“ in den fast heiligen Kärntner Landtag einziehen, um dort ihre per Verfassung garantierten Rechte einzufordern.
Warum sollte auch die Hürde – immerhin etwa 10% – gesenkt werden? Im Gegenteil, auch bundesweit sollte die Hürde auf 10% angehoben werden! Das BZÖ wäre doch sicher dafür, oder etwa nicht?
Man kennt es aus US-amerikanischen Ganster-Filmen. Mafia, Drogen, Gewalt. Dinge, die es in Österreich ohne Zuwanderung selbstverständlich niemals geben würde – Wann hat es auch in Österreich, oder im gesamten kultur-deutschen Raum jemals Gewalt gegeben? Vor 60, 70 Jahren, als es noch keine Zuwanderung gab? Vollkommen absurd!
Österreichische Kinder entsprechen absolut der österreichischen Volksseele und leben grundsätzlich gewaltfrei. Also kein Wunder, dass das BZÖ den Grund für den Anstieg der Gewalt an Schulen eindeutig in der Zuwanderung sieht. Einen wirklichen Lösungsansatz findet man in der Aussendung zwar nicht – aber es ist natürlich erst einmal das Wichtigste, das Problem überhaupt einzukreisen. Und da können Terroristen-Kinder selbstverständlich nicht unschuldig sein.
Um einen ähnlich durchschlagenden Erfolg wie bei den letzten Landtagswahlen in Niederösterreich zu erreichen hat das BZÖ vor einigen Wochen ein Wahlbündnis mit der Freien Partei Tirol geschlossen. Klubobmann der FPT ist ein gewisser Willi Tilg, eine ur-österreichische Seele, der laut Westenthaler als „Garant eines geraden Wegs für die Zukunft Tirols steht„.
So leid es mir tut, schreckliche (und hoffentlich verdrängte) Erinnerungen an den letzten Wahlkampf aufzuwühlen – Dieses filmische Meisterwerk muss einfach gezeigt werden.
DerStandard.at führt regelmäßig Webchats mit Politikern durch. Dabei können User den Politikern Fragen stellen. Heute war Veit Schalle, Wirtschaftssprecher des BZÖ, zu Gast und beantwortete uns einige Fragen.
bzoe.org – Die Spaßpartei:
Nach der eindeutig verlorenen Wahl in Niederösterreich – Wie groß sehen Sie die Chancen, dass das BZÖ in Tirol in den Landtag einziehen wird?
Veit Schalle:
Wir sehen eigentlich sehr große Chancen, da wir doch in Tirol ein Bündnis mit bestehenden Mandataren geschlossen haben.
bzoe.org – Die Spaßpartei:
Inwiefern ist das Handy des Bundeskanzlers wirklich relevant für die ÖsterreicherInnen – und rechtfertigt ein kleines „Upgrade“ seines iPhones tatsächlich eine parlamentarische Anfrage?
Veit Schalle:
Rechtfertigt die Anfrage insofern weil es das Handy in Österreich nicht zu kaufen gab und das Freischalten schon wesentlich mehr Aufwand erfordert und der BK eigentlich mit gutem Beispiel voran gehen und nicht mit Sonderwünschen wie unerlaubtes Schnellfahren und mehr auffallen sollte.
bzoe.org – Die Spaßpartei:
In letzter Zeit tauchten Gerüchte auf, die BZÖ-Jugendorganisation „GZÖ“ existiere in Wirklichkeit nicht mehr, bzw. sei nur eine Scheinorganisation – obwohl trotzdem kräftig Steuergelder in die GZÖ fließen. Können Sie diese Gerüchte entkräften?
Veit Schalle:
Ich weiß davon nichts. Dass GZÖ Steuergelder bekommt, ist mir auch neu.
bzoe.org – Die Spaßpartei:
Wie sieht es mit den BZÖ-Finanzen aus? Wäre es dem BZÖ nach den vergangenen verlorenen Wahlkämpfen überhaupt finanziell möglich, einen nationalen Wahlkampf zu führen?
Veit Schalle:
Die Finanzen sind glaube ich gerade in einer kleine Partei wie das BZÖ ein Thema, aber wir agieren sehr sparsam und ich denke auch einen kommenden Wahlkampf werden wir finanzieren können.
Das Jugendmagazin ChiLLi redete mit Robert Stark, 23, dem Sprecher der GZÖ (Generation Zukunft Österreichs), der Jugendorganisation des BZÖ, und wirft Behauptungen auf, dass die Organisation eigentlich gar nicht mehr existiere.
Das GZÖ habe seit Sommer 2007 nur sieben Presseaussendungen verfasst. Ist natürlich absoluter Blödsinn. Was ist auch, außer dem iPhone-Skandal, schon wichtiges seit Sommer 2007 passiert?
Stark ist nicht nur Sprecher des GZÖ, sondern zufällig auch des BZÖ Salzburg. Ist natürlich absoluter Blödsinn. Eine Kämpfernatur wie Stark kommt auch mit diesen beiden Aufgaben glänzend zurecht, um die Tausenden Mitglieder des GZÖ zu motivieren!
Weiters wird auf den kommenden Wahlkampf 2009 in Salzburg eingegangen. Dort will man nämlich einen positiven Wahlkampf führen: Nicht die Probleme, sondern die Möglichkeiten sollen aufgezeigt werden. Deswegen wird man einen ähnlichen Wahlkampf wie in Graz 2008 führen – „Wir säubern Graz“ strotzt ja nahezu vor positiven Gefühlen und Aufbruchstimmung.